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BILLY TALENT


Als schon vor Monaten das neue BILLY TALENT-Album angekündigt wurde, konnte man global feuchte Hände verzeichnen, und die immer wachen Insider spürten schon bald den Download der Red Flag-Demoversion auf der MySpace-Seite der Band auf. Nun ist es endlich da und es rockt mit unbändiger Energie und ungebrochenem Willen zum Tempo: Billy Talent II.

Das zweite Album einer Band. Die ewige Frage: Segen oder Fluch? „Es kann ein bisschen Fluch bedeuten, aber das ist auch erklärbar,“ räumt Gitarrist Ian D’Sa ein. „Wie man so schön sagt: Du hast ein Leben lang Zeit, dein erstes Album zu machen, und für das zweite nur ein paar Monate. Das wichtigste aber ist, dass du dich nicht in anderer Leute Zeitpläne pressen lässt, und dass du dann an ein neues Album gehst, wenn du dich dafür bereit fühlst.“ In der Tat sind BILLY TALENT mit zeitlicher Gelassenheit an die Sache herangegangen. Eigentlich sollten Ben, Ian, Jon und Aaron im Februar 2005 schon wieder im Studio stehen, also gleich nach der im Dezember 2004 abgeschlossenen Weltreise zum mit Lob und Awards überschütteten Erstling Billy Talent. Aber von der Straße direkt ins Studio - das ist BILLY TALENTs Sache nie gewesen.
„Wir haben erst mal eine Auszeit genommen, und sind bei unseren Freunden, Familien und vielen Leuten geblieben, die man so um sich braucht,“ lacht Shouter Ben. „Du brauchst Sachen über die du schreiben kannst. Ein echtes Leben, dass dir Stoff gibt, den du in deinen Songs verarbeitest. Ich werde keine Texte darüber schreiben, wie es ist, wenn man die Highway rauf und runter fährt.“
„Wir wollten definitiv etwas Zeit haben, um uns ins normale soziale Leben einzufinden und die Songs einfach kommen zu lassen,“ so D’Sa. Ich glaube, es war sehr gut, dass wir uns die Zeit dafür genommen haben. Wir hatten ein gutes Gefühl für das Material, das wir schon hatten, und wollten nicht Gefahr laufen, drei gute Songs und sieben Füller aufzunehmen.“

Zweifellos waren die vergangenen drei Jahre für BILLY TALENT ein wahr gewordener Rock’n’Roll-Traum. Ob sie nun backstage mit ihren musikalischen Idolen jammten oder in einem voll ausgerüsteten Panzer auf einer Award-Zeremonie auftauchten, BILLY TALENT wussten um ihren Status als eine der begehrtesten Rockbands der Gegenwart und genossen diese Tatsache in vollen Zügen. Aber sie haben es sich auch hart verdient, denn bevor ihr Debüt Billy Talent in einer Supernova kollektiver Begeisterung explodieren konnte, hatten die Jungs über zehn Jahre mit ihren Fulltime-Jobs zu kämpfen und spielten den gesamten Clubcircuit in und um Toronto - von der gemieteten Aula in der Vorstadt bis hin zum winzigen Hip-Club Downtown Toronto. Nicht übel zu nehmen, dass sie mal Luft holen wollten.

Die Version von BILLY TALENTs normalem Leben nahm ihren Anfang, als Kowalewicz, D’Sa, Gallant und Solowoniuk sich in der Highschool zusammentaten, um ihre gemeinsame Liebe zum Punk Rock in einer gemeinsamen Vision auferstehen zu lassen. Bands wie The Clash, Rage Against The Machine und Jane’s Addiction gaben die Inspiration für die Kanadier, die sich bald einen eigenen Sound zusammenschraubten. Damals unter dem Namen Pezz reüssierend, nahmen sie ein paar Demo-Tapes auf und veröffentlichten das Indie-Album Watoosh. 1999 folgte die Umbenennung in BILLY TALENT, eine Hauptfigur aus dem Film „Hard Core Logo“, der auf dem Roman von Michael Turner beruht.

In Jahre 2001 - alle vier arbeiteten damals noch in Full-Time-Jobs: als Arbeiter in einer Autofabrik, als Finanzberater, als Radioproduzent und als Animator - spielten sie die EP Try Honesty ein. Damit war die Saat gepflanzt, die BILLY TALENT von einer obskuren Toronto-Clubband zum nordamerikanischen Majoract werden ließ. In der Folge ging es dann mit ihren Helden Buzzcocks und Jane’s Addiction auf die Bühne und auf Tour mit Lollapalooza und Warped sowie auf einige Gigs in Europa, u.a. auf die legendären Reading und Leeds-Festivals in UK.
Das Debüt brachte den Durchbruch: Drei Junos („Best New Group“, „Group Of The Year“, „Album Of The Year“), zwei kanadische MuchMusic-Video-Awards („Best Video“ und „Best Rock Video“) und vor allem eine treue und schnell wachsende Fangemeinde in den USA, Kanada und Europa, die BILLY TALENT als Rock’n’Roll-Orkan der Extraklasse anerkannten.

Jetzt also ist der Nachfolger zum bahnbrechenden Erstling da. Produziert von Gavin Brown und Ian D’Sa, gemixt von Chris Lord-Alge, verfügt Billy Talent II über den gewohnt wuchtigen Auf-die-12-Sound, der auch schon den Vorgänger zu einer Faust im Gehörgang werden ließ. Musikalisch ist Billy Talent II zudem mit allem ausgerüstet, was BILLY TALENT ausmacht: Hook-reiche, auf den Punkt gebrachte und tight arrangierte Songs. Natürlich haben sich die Erfahrungen der letzten Monate in der Musik niedergeschlagen, und so sollte die gesteigerte Souveränität der Band nicht verwundern, die sich vor allem in feiner durchformulierten Songstrukturen und Soundlayers ausdrückt.
D’sa: „Das Debüt war noch von Unsicherheit geprägt. Wir hatten schon 11 Jahre als Band zusammen gespielt und waren nirgendwo wirklich angekommen, und so war das Ergebnis ein Album, das sehr von Verunsicherung geprägt war. Auf Billy Talent II geht es viel um Vertrauen and alles, was damit zu tun hat. Es ist ein bißchen emotionaler und auch persönlicher als das erste. Und dadurch ist es wieder BILLY TALENT. Es gibt eine ausgewogene Balance zwischen einfachen, harten Brechern und etwas komplexeren Songs, aber es gibt keine zehnminütigen Prog-Jams.“

Auf monatelangen Touren dazu gewonnen hat allemal die Lungenkraft und Stimmgewalt von Sänger Kowalewicz, der zu einem wahren Punkrock-Crooner geworden ist. „Ich singe wesentlich mehr als auf dem ersten Album,“ betont er. „Ich will nicht als reiner Schreihals berühmt werden und habe daher mehr an meinem Gesang gearbeitet. Wenn man eine Geschichte erzählt, dann braucht man auch Kommas und Punkte. Auf dem ersten Album war ich vor allem wütend, jetzt fokussiere ich mich besser und such mir die richtigen Momente heraus.“

Unverändert ist die Relevanz der persönlichen Erfahrungen in den Lyrics der Songs und die scharfe Beobachtungsgabe Bens. So zeigt der Opener Devil In A Midnight Mass, wie gelungen Kowalewicz sich ein Thema nimmt und es aus seiner persönlichen Warte heraus behandelt: „Da geht’s um eine Story, die ich über einen Priester aus Boston gelesen habe,“ erklärt Ben. „Er wurde wegen Kindesmissbrauch angezeigt und die Kirche versetzte ihn von Gemeinde zu Gemeinde. Der Supreme Court überführte und verurteilte ihn, innerhalb von 30 Jahren 150 Kinder bedrängt zu haben, und während er im Knast saß, brach ein Mithäftling in seine Zelle ein und tötete ihn. Über solche Geschichten stolpere ich, und auch wenn es mich nicht persönlich und direkt betrifft, bewegt es mich. Ich trete sehr für die Rechte der Kinder ein, und dieser Song nimmt sexuellen Missbrauch unter die Lupe. Es geht hier nicht um die Kirche, sondern um diesen besonderen Vertrauensbruch zwischen Erwachsenem und Kind. Ich habe keine Antworten, aber wenn ich bestimmte Themen aufgreife, sprechen die Leute vielleicht öffentlich darüber.“

Natürlich fanden ebenfalls persönliche Themen ihren Weg auf das Album, so etwa Suchtopfer im Freundeskreis bei Fallen Leaves oder Hipster-Snobismus in Where Is The Line? bis hin zu Menschen, die ihre Überzeugungen verraten, wie in Covered in Cowardice - immer bereitet die Musik die Szenerie, während die Worte eindringliche Geschichten erzählen. Aber auch, wenn man einzelne Songs hervorheben kann, ist Billy Talent II alles andere als eine bloße Sammlung von Singles. Im Gesamtkonstrukt ergänzen sich die Songs zu einer großen Einheit, die mit Überlegung und Blick auf das Ganze gebildet wurde - daher auch der spartanische Titel. „Wir haben lange überlegt, ob der eine oder andere Songtitel auch einen Albumtitel abgeben würde, aber das Problem ist, dass der Eindruck entstehen könnte, ein bestimmter Song könnte die Essenz des Albums sein,“ erklärt Kowalewicz. „Für uns ist Billy Talent II ein gesamtes Album, nicht nur ein paar gute Songs plus Füller.“


Schon vor Erscheinen des Albums tritt Devil In A Midnight Mass übrigens seinen Siegeszug an. Der Clip zum Song wurde gleich in fünf Kategorien für den wichtigsten kanadischen Video-Award, den „Much Music Award“ nominiert: „Best Video“, „Best Director“ (Sean Michael Turrell), „Best Post Production“ (Geoff McLean), „Best Cinematography“ und „Best Rock Video“. In den deutschen Alternative-Charts ging der Song auf Anhieb auf die 1.




BILLY TALENT: "II"...wie damals Led Zeppelin


Interview


Geschrieben von Markus Tils, Sandra Reinartz
Dienstag, 13. Juni 2006
Sie waren der Senkrechtstarter 2003! Billy Talent aus Ontario, Kanada haben mit ihrem Debüt eingeschlagen wie eine Bombe. Aus dem Nichts schufen sie sich einen eigenen Stil aus Screamo, Rock und Skatepunk und eroberten die Szene innerhalb kürzester Zeit. 3 später steht nun der Nachfolger im Regal und setzt wieder neue Maßstabe. Zum Interview saßen Gitarrist Ian und Bassist Jon bereit.

SMASH-MAG.com: Könnten wir das Interview in französischer Sprache machen?
Jon: Oh, dann sind wir die falschen für euch.
Ian: Dann müsstest ihr mit Ben reden. Er ist der einzige der etwas spricht. Wir hingegen sprechen es nicht.
SMASH-MAG.com: Naja, keine Panik, war ja nicht ernst gemeint.

SMASH-MAG.com: Wieso habt ihr euer zweites Album auch schlicht und einfach nur Billy Talent „II“ genannt.
Ian: Es ist ja bekanntlich unser zweites Album und wir wollten nicht, dass es anhand eines Titels schon einen bestimmten Eindruck bei dem Hörer erwirkt. Der Titel „II“ ist einfach Unbelassender. Es gibt ja viele Bands, die ihr Album nach einem Song auf der Platte benennen und so gleich ihr komplettes Album vom Inhalt preisgeben. Das wollten wir halt nicht machen, weil es keinen Song gibt, der in dieser Form das Album beschreibt. Da passte es, das Album schlichtweg „II“ zu nennen. Man muss sich schon damit befassen, um einen Eindruck zu kriegen. Und einer unsere Lieblingsbands, Led Zeppelin, haben ihr zweites Album damals auch nur „II“ genannt. (lacht)

SMASH-MAG.com: Wovon habt ihr euch beim neuen Album inspirieren lassen?
Ian: Textlich gesehen braucht man sich nur umzuschauen und man kriegt genügen Input für neue Songs. Musikalisch betrachtet…. (lacht) Jon…sag was…
Naja, also ich denke, dass wir uns als Band mit dem ersten Album schon gefunden haben und einen eindeutigen Sound definiert haben. Dabei schaut man natürlich, dass man von Album zum Album sich weiterentwickelt und bestimmte Dinge dann auch ausprobiert.

SMASH-MAG.com: Wo sind die neuen Songs entstanden?
Ian: Die meisten Songs entstehen zu Hause. Auf Tour hat man zwar seine Ideen aber mehr als ein paar Riffs entwickelt man nicht. Dafür ist es meiner Meinung nach viel zu stressig. 2005 haben wir uns halt etwas zurückgezogen und haben ein verhältnismäßig normales Leben, ohne jeglichen Tourstress, gelebt und hatten die Ruhe und Zeit, um die Songs zu schreiben.

SMASH-MAG.com: Dieser Erfolg den ihr mir eurem Debüt hattet….Was glaubst du woran es lag, dass ihr so dermaßen durchgestartet seid?
Jon: Wir achten schon darauf gute Musik und gute Shows zu spielen. Die Leute haben es gemerkt, dass wir authentisch sind und haben unsere Qualitäten zu schätzen gewusst. Das sind Faktoren, die in unserem Fall halt dazu geführt haben, dass wir diesen Erfolg mit unserem ersten Album hatten.

SMASH-MAG.com: Was war ausschlagend, dass „Devil in The Midnight Mass“ die erste Single geworden ist?
Ian: Nach der längeren Pause, die wir gemacht haben, musste ein Song her halten der direkt einschlägt. Wir denken, dass gerade „Devil In The Midnight Mass“ dafür prädestiniert ist. Es steht kein Konzept dahinter, warum jetzt ausgerechnet dieser Song die Single ist, auch nicht von Seiten des Labels. Wir haben den Vorschlag halt gemacht, weil der Song einfach derbe abrockt. Das Label stimmte zu und das ist alles.

SMASH-MAG.com: Der Song handelt ja von einem sehr ernsten Thema.
Ian: Ja, der Song handelt vom sexuellen Missbrauch eines Priesters an etwa 150 Kinder über die letzten 30 Jahre. Der Fall kam 2002 an die Öffentlichkeit nachdem die Kirche den Priester über die Jahre hinweg geschützt hatte und ihn von Gemeinde zu Gemeinde versetzte. Es ist einer der größten Pädophilien Skandale die wir in Nordamerika hatten.

SMASH-MAG.com: Aber kein Song gegen die Kirche und der Religion.
Ian: Nein, das auf keinen Fall. Der Mann ist ja ein einzelnes Individuell und das ist ausschlaggebend für den Song gewesen. Nur sollte die Kirche überdenken, wie man mit solchen Situationen besser umgeht, anstatt versuchen es zu verschleiern.

SMASH-MAG.com: Seid ihr religiös?
Ian: Naja, nicht so richtig.. Unsere Highschoolzeit wurde aber dennoch religiös begleitet, da wir alle auf die Our Lady of Mount Carmel Catholic Secondary School gegangen sind.

SMASH-MAG.com: Ihr seid ja aus Ontario und da fällt mir als „Christian-Hardcore“ Band gleich Figur Four ein. Wie denkt ihr über solche Bands?
Ian: Ich finde es cool. Sie stehen und sie setzen sich für ihre Einstellung ein. Daran ist nichts auszusetzen und letztendlich nichts Schlimmes.

SMASH-MAG.com: Uns ist aufgefallen, dass ihr auf eurer Homepage alle Songtexte veröffentlich habt. Es scheint, dass es euch wichtig ist, dass die Texte von den Fans gelesen werden können.
Ian: Ja, dass stimmt. Ich denke, dass jedem die Möglichkeit gegeben werden muss sich unsere Texte auch mal in Ruhe anzuschauen. Schließlich ist das der Grund warum wir Texte schreiben und ich finde, dass die Texte wichtiger sind als die Musik. Und wenn unsere Texte die Leute ansprechen ist es umso besser.

SMASH-MAG.com: Die Texte sind wichtiger als Musik?
Ian: Naja… ohne die Musik funktioniert die Texte ja auch nicht…(lacht). Letztendlich muss beides stimmen, um einen guten Song zu haben.

SMASH-MAG.com: Was ist denn euer Fav-Song auf dem neuen Album?
Jon: So eine Meinung ändert sich bei mir eigentlich ständig. Aber momentan ist es „Worker Bees“.
Ian: Nee, frag mich das nicht. Ich will mich da nicht festlegen.

SMASH-MAG.com: Wenn ihr euch das Album jetzt anhört. Gibt es da noch einiges, was ihr aus jetziger Sicht anders machen würdet?
Ian: Klar. Also ich bin da jemand der jetzt nach Verbesserungen sucht. Eigentlich ist es ja zu spät um jetzt noch was zu ändern. Dennoch achtet man drauf und merkt sich dann gegebenenfalls was man hätte besser machen können um den gleichen Fehler nicht noch einmal zu machen. Aber so gravierende Fehler sind es nicht, dass ich mich an den Kopf fasse und ich alles in Frage stelle. Es ist so, dass man einen Song verändert hat, um stellt 6 Monate später fest, dass die Änderung doch nix bringt und die alte Version besser sei. Aber es ist eh zu spät.

SMASH-MAG.com: Wie kommt es, dass ihr euch den Sommer ausgesucht habt, um eurer Album zu veröffentlichen.
Ian: Eigentlich hatten wir schon mit Februar gerechnet, aber aufgrund der Festivals hier in Europa haben wir die Chance nutzen wollen, dass Album während dieser Zeit zu veröffentlichen. Das Hurricane Festival ist eins der wichtigsten Festivals für uns und deshalb wurde auch unsere Tour um dieses Festival gelegt. Dort haben wir ja schon einmal vor 2 Jahren gespielt und es ist einfach großartig.

SMASH-MAG.com: Ian, du warst als Co-Producer tätig. Was hat dich dazu bewogen?
Ian: Ich hatte halt einige Ideen gehabt, die man als Producer besser umsetzt. Deshalb wollte ich Gavin Brown (Producer des Albums – Anmerk.) unterstützen und ihm meine Ideen so besser nahe zu bringen. Ich hatte halt die Ideen in meinem Kopf, aber an der Umsetzung hapert es bei mir noch. Das Technische ist nicht so ohne und die Zusammenarbeit mit Gavin hat sehr viel Spaß gemacht und es war eine schöne Arbeitzeit.

SMASH-MAG.com: Jon, wie war Ian als Co-Producer so?
Jon: Er ist ja auch innerhalb der Band der Ideengeber und ohne ihn ist Billy Talent nicht möglich. Mit Ian in einer Band zu sein und mit ihm Musik zu machen ist fantastisch. Er ist ein großartiger Mensch und die Zusammenarbeit mit ihm macht riesig viel Spaß.


Jon: Und wenn jemand aus der Band auch noch als Producer tätig ist kann es nicht verkehrt sein. Man gibt halt auch nicht so viel aus seiner eigenen Hand.

SMASH-MAG.com: Woher kam die Idee, dass ihr „Devil In The Midnight Mass“ explizit an Weichnachten zum downloaden frei gabt und „Red Flagg“ am Valentinstag?
Jon: Unser Manager!
Ian: Ja, wir haben unser Management vor zwei Jahren gewechselt und sie haben halt die Idee gehabt, dass man die Songs in Netz stellen sollte um so halt Appetit auf das Album zu machen. Es hat sich in der letzten Zeit bei einigen Bands gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Songs ins Netz zu stellen um so dem Hörer einen Eindruck zu geben. Die Verkaufszahlen unterstreichen es dann. Ich denke, dass unser Management da Recht hat, und finde diesen Weg halt auch ganz cool. Und Weihnachten und Valentinstag macht man halt Geschenke und das haben wir damit getan. Und anhand der Resonanz die man erfährt weiß man auch, wie die Leute drauf sind und ob

Billy Talent - Billy Talent II


Crazewire.de Plattenkritik vom 02.07.2006; Kai Töpel, Viersen
Drei Jahre ließen sich die vier Kanadier von Billy Talent Zeit, um am Nachfolger ihres erfolgreichen Debüts zu arbeiten. Schließlich wollte man nicht als Eintagsfliege durch einen zu frühen Release die hohen Erwartungen enttäuschen. Obwohl der zeitliche Abstand anderes vermuten lässt, knüpft auch „Billy Talent II“ durch die charakteristisch hohe Stimme Ben Kowalewicz und den weiterhin zackigen Gitarrenriffs von Ian D’Sa direkt an das erste Album an und erreicht auch fast dessen Hitdichte.

Aber auch nur fast, denn dieses Mal beschränken sich Billy Talent weitaus mehr auf ruhige Lieder und haben kaum diese überraschenden Wutausbrüche, die das erste Album so interessant gemacht haben. Einen fulminanten Auftakt hat „Billy Talent II“ wiederum mit dem Debütalbum gemein. Das für Billy Talent-Niveau überraschend harte „Devil In The Midnight Mass“ überrascht mit aggressiven Riffs und Tempowechseln. Als Thema wählte man mit Kindesmissbrauch ein besonderes heikles und beweist damit Mut. Auch das folgende „Red Flag“ gefällt durch seine hymnenhafte Art. „Worker Bees“ profitiert vor allem durch die pumpende Basslinie von Jon Gallant, welche den Song mit Hilfe von Bens Stimme immer wieder nach vorne preschen lässt.

Mit Liedern wie „Where Is The Line“ fallen jedoch auch klare Schwächen des Albums auf. Wie schon in „The Ex“ vom Vorgänger gerät die Band zu sehr in Richtung des Punks der amerikanischen Westküste, was ihnen alles andere als gut steht. Das Liebeslied „Surrender“ zeigt, dass Billy Talent auch Balladen schreiben können, ohne als peinlich oder kitschig aufzufallen. Das abschließende „Burn The Evidence“ erinnert an „Voices Of Violence“ vom Debüt und besitzt ebenfalls dessen aufsteigende Spannung, bis es dann ruhig zerfällt. Leider fallen, neben ein paar wenigen Ausnahmen, die beschränkte Themenwahl der Lieder auf. Meist ist es Schmerz, Trauer und Liebe, wie man es vom Genre erwartet.

Durch die eher ruhige Stimmung des Albums verliert es leider ein wenig an Power. Die Stärke der Band steckt besonders in schnellen Liedern, in denen Ben durch seine kreischige Stimme den Songs eine ganz eigene Note verleiht. Wer das Debütalbum kennt, vermisst ebenfalls die Frage-Antwort-Gesangseinlagen von Ben und Ian. Durch „Billy Talent II“ zeigen Billy Talent, dass sie alles andere als eine Eintagsfliege sind. Nicht allein durch Bens Stimme distanzieren sie sich von weiteren Genrevertretern, seien sie nun aus dem Emocore-, Hardcore- oder Screamobereich. Zwar erreichen die Lieder nicht die Stärke des Debüts, aber dies war bei dessen Fulminanz auch kaum zu erwarten.

Billy Talent - 2


Es braucht nicht vieler Worte, schließlich steht die Musik von Billy Talent für sich selbst. So überrascht es nicht, dass die sympathischen Kanadier ihren zweiten Longplayer schlicht "II" betitelt haben, nachdem das Debüt selbstbetitelt belassen war. Ist das nun aber "Understatement" oder ein "ironisches Augenzwinkern"? Egal, entscheidend ist vielmehr, dass die Band zurück ist und 13 neuerliche Smasher auf die lauernde Fangemeinde loslässt. Und die hat das Album sehnsüchtig herbeigesehnt, so viel steht einmal fest! Keine Rock-Disco kommt heute ohne Billy Talent-Songs aus, und das Zweitwerk bietet sogleich Nachschub, das ist bereits nach der ersten Rotation klar. Musikalisch sind die vier Kanadier als intensive Rock-Band aufgestellt, die zwanglos, zugleich hoch effektiv ihren Punk-Background einfließen lässt. Zwar sind Billy Talent noch als "Newcomer" zu werten, doch es ist mehr als erstaunlich, wie schnell es der Kapelle gelungen ist, erkennbar eigene Trademarks zu setzen.
Denn man erkennt sie stets an ihrem markanten Songwriting sowie der Stimme von Sänger Ben Kowalewicz. Hört man Songs wie 'Red Flag' oder 'Devil In A Midnight Mass' stellt man keine Fragen mehr, sondern feiert ab. Doch trotz aller Eingängigkeit bieten Billy Talent auch jede Menge Substanz und Tiefgang, und gerade das unterscheidet sie von so vielen Kollegen. Ihre Hymnen-Orientierung versehen die Kanadier zudem mit einer gut rotzigen Attitüde, die ebenfalls dazu beiträgt "II" zu einem solch starken Album werden zu lassen. Diese Platte muss man haben!

Billy Talent - Billy Talent II


Billy Talent sind zurück. Nachdem die Kanadier es vor einiger Zeit schafften, sich mit nur einem einzigen Album einen ziemlich beachtlichen Status zu erspielen, setzen sie ihre Erfolgsstory nun mit dem Folgealbum "Billy Talent II" fort.
Wie schon der Titel verdeutlicht, handelt es sich hierbei um die logische Folge auf das Debüt: Billy Talent sind sich ihrem eigenen Stil treu geblieben und so finden wir wieder 13 Songs, die irgendwo zwischen Emo, Punk, Rock 'n' Roll und einer kleinen Portion Hardcore heimisch sind. Auch die gewohnt schrägen Melodien mit Ohrwurmcharakter und das freche Daherkommen sind uns erhalten geblieben.

Alle Songs sind sehr Billy Talent-typisch und bieten damit genau den Sound, den wir an dieser Band so lieben und demnach auch hören wollen. Keine stilistischen Ausflüge und Experimente, sondern konsequente Entwicklung und Perfektionierung des eigenen Stils bestimmten anscheinend die letzte Zeit der vier. Auch die Qualität der Produktion ist diesmal noch besser und so kommen die klasse aufgebauten Songs mit allen Nuancen und Spielerein an das Ohr des Hörers. Neue Tracks wie "Devil In A Midnight Mass", "Pins And Needles" und "Perfect World" brauchen sich also keineswegs hinter den alten "Klassikern" verstecken. Auch wenn man den Eindruck hat, Billy Talent würden nicht mehr ganz so rotzig klingen wie auf ihrem Debüt, gehen die Tracks sehr dynamisch nach vorne und vorallem musikalisch zeigen die Songs die eine oder andere Steigerung auf.

Fazit: Billy Talent sind zurück und das in vollem Maße. Etwas erwachsener, durchdachter und gereifter klingen sie im Jahre 2006, doch sind sie sich dabei ohne Einschränkungen treu geblieben und liefern uns genau die Hits, die wir von ihnen erwarten. Einfach klasse und uneingeschränkt als Soundtrack für den Sommer zu empfehlen!

Note: 9 von 10 Punkten

Billy Talent - Billy Talent II


BILLY TALENT waren die Sensation 2003. Mit ihrem selbsbetiteltem Debüt, das ausnahmslos großartige Songs enthielt, schafften sie das, was nur wenige Bands wie SYSTEM OF A DOWN oder die RED CHILI PEPPERS nach langen Anläufen geschafft haben: verschiedene Szenen gleichermaßen für sich zu begeistern und Tanzflächen mit unterschiedlichen Hits ein und desselben Albums jahrelang zu füllen. Egal ob tougher Hardcore-Guy, engstirniger Metaller, anspruchsvoller Indie-Rocker, mitläufender Popper oder gestylter Emo – kaum einer konnte der unbändigen Energie, der grenzlosen Kreativität und den gute Laune fördernden Refrains des Debüts wiederstehen.
Nun, herausragende Erstwerke erscheinen alle paar Monate, doch das fast Unmögliche, nämlich einen ebenbürtigen Nachfolger zu schreiben, daran scheitern die allermeisten Newcomer. BILLY TALENT nicht! Spielwitz, Power und Ohrwurm-Anzahl stehen auf „II“ dem Vorgänger in nichts nach, die Trademarks sind geblieben, die Produktion wurde sogar noch aufgewertet. Ohne Ausfälle liefern die Kanadier 13 weitere Kracher in der Schnittmenge aus Rotzrock und melodischem, tränenfreiem Emocore ab. Die Band um Sänger Ben Kowalewicz hat zum Glück nichts anbrennen lassen. Wie der lässig schlichte Titel schon verrät, knüpft die neue Platte an das geniale Vorgängerwerk nahtlos an, ohne verkrampft oder vor der eigenen Leistung ängstlich zu wirken. BILLY TALENT kopieren sich nicht selbst, wagen aber auch keine Experimente und klingen deshalb einfach wieder zu 100 Prozent wie – na ja, eben BILLY TALENT.

Ob man in der Endabrechnung das Debüt oder „II“ besser findet, ist Geschmackssache, das extrem hohe Niveau haben die talentierten Jungs aus Toronto auf jeden Fall gehalten. Deshalb kann das Fazit nur lauten: kaufen, aufdrehen, tanzen, rocken, Spaß haben!

Billy Talent - billy talent II


Rock Kaum eine Band schafft es, sich mit nur einem einzigen Album einen solchen Status zu erspielen, sich mit nur einer einzigen Melodie identifizierbar zu machen. Die Band hat mit ihrem selbstbetitelten Debüt bereits das geschafft, wovon andere Bands nach etlichen Platten nur träumen dürfen. Auch wenn Billy Talent anno 2006 noch unter dem Prädikat „Newcomer“ gehandelt werden, so scheint diese Band dieser Klassifizierung doch schon längst entwachsen.
Die beiden Gassenhauer "Red Flag" und "Devil In A Midnight Mass" kursierten schon seit einiger Zeit im Internet und versprachen bereits Großes. Auffällig wieder einmal der Hitcharakter, durch den sich diese Songs auszeichneten. Diese Eingängigkeit scheinen sich Billy Talent auch auf „Billy Talent II“ zum Brandmark gemacht zu haben. Sicherlich nicht die verkehrteste Entscheidung, so verbindet man doch mit den Kanadiern eben diesen rotzfrechen, gänzlich melancholiebefreiten Rock´n´Roll. Der zweite Streich der Band wirkt einfach nur befreit, womit ebenfalls bewiesen wäre, dass Billy Talent den Erwartungen, die an sie heran getragen wurden, mit offensiver musikalischer Denke begegnen. Energie und Dynamik sind zwei Begriffe, die Songs wie "Devil In A Midnight Mass", "Fallen Leaves" oder aber auch "Pins And Needles" fast schon zerbersten lässt.
Der immense Spielwitz ist es, der die Kanadier Billy Talent von anderen artverwandten Kapellen so unterscheidet. „Billy Talent II“ hat alles das zu bieten, was man sich nach dem erfolgreichen Debüt des Quartetts hatte erhoffen dürfen: Massig Drive, Hits am Fließband und vor allen Dingen qualitative Bestleistungen. Was möchte man bitteschön mehr? Hier kann man einfach nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.



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